Argyris und Schön unterscheiden zwischen espoused theory (was Organisationen sagen, dass sie tun) und theory-in-use (was sie tatsächlich tun). Die Lücke zwischen beiden ist systematisch – und wird durch defensive Routinen aktiv aufrechterhalten.

Das wichtigste Konzept: Defensive Routinen sind nicht dysfunktional im Sinne von ungewollt. Sie erfüllen eine Funktion – sie schützen Menschen davor, mit peinlichen oder bedrohlichen Themen konfrontiert zu werden. Gleichzeitig machen sie genau das unmöglich, was Organisation für Double-loop-Lernen braucht: offene Auseinandersetzung mit zugrundeliegenden Annahmen.

Für AI-enabled Operations bedeutet das: Wenn die Einführung von Agentik auf defensive Routinen trifft (und das tut sie), hilft mehr Technologie nicht. Es braucht explizite Arbeit an den organisationalen Bedingungen.