Mir fällt auf, dass viele Einzellösungen für längst bekannte Probleme agentischer Systeme veröffentlicht werden, oft mit einem fertigen Fix und viel Marketing. Ein Beispiel sind parallel laufende Agenten, die nicht miteinander abgestimmt sind und dadurch doppelt oder widersprüchlich arbeiten. Das Problem ist alt, im Kern ist es Interprozesskommunikation, und ein erfahrener Architekt baut sich dafür mit wenigen Prompts selbst eine Lösung, die den größten Teil abdeckt. Meine Einschätzung ist, dass die meisten dieser Lösungen kurzlebig sind, weil sie von einem umfassenden Harness oder direkt vom Tool-Hersteller übernommen werden. Das ist bereits mehrfach geschehen.

Zwei Schichten

Daraus ergibt sich für mich eine Unterscheidung zwischen zwei Schichten. Auf der Implementierungsschicht geht es darum, wie ein Harness verdrahtet wird, damit die Umsetzung gut läuft. Hier entsteht derzeit der größte Teil der Beiträge, und hier wird laufend absorbiert.

Auf der Operating-Model-Schicht geht es darum, was ein agentisches System im Geschäft tun soll: welche Grundmuster es gibt, wo Wert entsteht und welche Prinzipien und Konventionen sich für diese Ebene bewähren. Auf dieser Schicht liegt mein eigener Schwerpunkt. Das Das Doppelschleifenmodell für agentische Operations ist ein Versuch, ein solches Grundmuster zu beschreiben.

Die offene Frage

Zur Implementierungsschicht lese ich sehr viel, zur Operating-Model-Schicht vergleichsweise wenig. Möglicherweise wird dort tatsächlich weniger geschrieben, möglicherweise suche ich an den falschen Stellen. Die Frage, auf welcher Schicht sich Tiefe lohnt und wo die guten Quellen für die Operating-Model-Ebene zu finden sind, beschäftigt mich weiter.