In Code Crash beschreibt Matthias Schrader, wie künstliche Intelligenz die Softwareentwicklung und die gesamte Digitalbranche verändert. Seine Kernthese fasst er in einem Satz zusammen: „Intent used to be cheap and code expensive. Now code is cheap and intent expensive.“ Wenn Agents Software in Tagen statt Monaten bauen können, wird die Formulierung einer klaren Absicht zur wertvollsten menschlichen Leistung. Den Vorsprung sieht Schrader deshalb in der Art, wie eine Organisation KI einführt, und weniger in den Modellen selbst.
Diese Verschiebung erlebe ich in der eigenen Arbeit. Weil sich vieles jetzt deutlich schneller bauen lässt, entscheidet die Qualität dessen, was in ein agentisches System hineingegeben wird, über das Ergebnis: ein Intent, der beim Kunden tatsächlich etwas verbessert, präzise genug formuliert, damit ein Outcome entsteht und nicht bloß viel Output (siehe auch Erst die Spezifikation, dann der Code). Ein zweiter Gedanke aus dem Buch trifft den Kern von Verifikation: „A tool that is right in 95 out of 100 cases trains its users not to check the 96th.“ Genau deshalb gehört die Prüfung der Ergebnisse zur Grundlage jedes agentischen Systems (siehe Die Foundation entscheidet über den Erfolg der KI-Adoption).
Mattes war Anfang der 2000er-Jahre mein Agenturchef. Ich schätze seine Art zu denken; seine Impulse bringen mich dazu, über Themen noch einmal anders nachzudenken.
Quelle: Matthias Schrader (2026)